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Neuseeland

 

1. Tag, Freitag 23.10.2015

Trotz des beginnenden Urlaubs ging ich heute noch arbeiten und fuhr danach direkt zum Flughafen, denn für zwei Stunden Aufenthalt lohnte sich die Heimfahrt nicht. Thomas war so nett und brachte mich zu Terminal 1, wo ich fünfeinhalb Stunden vor dem Abflug ankam. Bis 18 Uhr musste ich noch warten, dann öffneten sich die Schalter und ich konnte meine Reisetasche abgeben.

Ich hatte jetzt noch jede Menge Zeit und nahm deshalb den Shuttle-Bus zu einem nahen Hotel. Von dort ging es in den Wald zu einem TB-Hotel, wo ich einige Reisende herausholte und mitnahm. Zum Glück hatte ich eine Stirnlampe dabei, es war inzwischen stockdunkel geworden. Den Weg zurück ging ich dann zu Fuß, es waren gut zweieinhalb Kilometer und Zeit hatte ich ja genug. Wieder im Flughafen aß ich einen Teller Ramen, danach begab ich mich zur Kontrolle. Wieder einmal musste ich den Rucksack leerräumen und auch die Schuhe ausziehen. Daran bin ich inzwischen aber schon gewöhnt, habe ich doch meistens bei Flügen die schweren Wanderschuhe an den Füßen. Mein Gate war B46, allerdings war es in diesem Transitbereich auch möglich zu den A-Gates zu gehen. Das war eine gute Gelegenheit, denn den virtuellen Geocache an Gate A42 hatte ich bisher nie erreichen können. Diesmal klappte es, allerdings war der Weg sehr weit und ich musste ja auch wieder zu meinem eigenen Gate zurück. Nach dem gewünschten Foto machte ich mich auf den Rückweg und kam kurz nach 21 Uhr an. Das Boarding ging schneller als gedacht, statt mit einem A380, wie bei meinem letzten Flug auf dieser Strecke, gab es heute nur eine Boeing 777 zu besteigen. Kurz nach 22 Uhr waren wir unterwegs nach Singapur.

 

2. Tag, Samstag

Nach dem Abendessen versuchte ich zu schlafen, was mir in mehreren Etappen auch ganz gut gelang. Von dem langen Flug bekam ich deshalb auch kaum etwas mit. In Singapur legten wir eine Pause ein, dort war der Himmel bedeckt und das Wetter drückend schwül. Ich verließ deshalb den Transitbereich nicht und besuchte nur den Schmetterlingsgarten, den ich von einem früheren Aufenthalt her kannte. Hier konnte ich auch die neue Kamera schon etwas ausprobieren, allerdings musste ich lange warten, bis das Objektiv nicht mehr beschlagen war. Recht verschwitzt wollte ich etwas essen, doch war bei dem Hamburgerbrater meines Vertrauens die Schlange so lang, dass ich mir stattdessen woanders gefüllte Teigtaschen holte.

Das nächste Boarding war kurz vor 19 Uhr und die Größe unserer Maschine hatte sich nicht geändert. Wir flogen jetzt durch die zweite Nacht, doch diesmal blieb ich ungewollt wach, der Tag war durch die Zeitverschiebung sehr kurz gewesen. Zum Glück gab es Abwechslung in Form eines eigenen kleinen Monitors, auf dem ich Spielen und Videos schauen konnte.

 

3. Tag, Sonntag

Bei der Landung war ich immer noch hellwach, obwohl es hier in Christchurch schon kurz nach 10 Uhr am Sonntagmorgen war. Durch die Kontrolle kam ich schnell, auch meine Tasche fuhr schon über das Gepäckband. Doch jetzt wollten die Beamten meine Schuhe sehen. Wegen der Gefahr der Einschleppung von fremden Pflanzen hatte ich diese aber schon zuhause gut geputzt und konnte sie stolz vorzeigen. Ich kaufte eine Telefonkarte, wechselte mein Geld und rief meine Gastfamilie für den heutigen Tag an. John holte mich kurz darauf mit dem Auto ab und fuhr mich die wenigen Minuten bis zu seinem Haus. Ich war einen Tag früher losgeflogen als der Rest meiner Gruppe und hatte mir deshalb im Internet über Airbnb eine private Unterkunft besorgt.

In meinem Zimmer packte ich erst etwas um, duschte und simste dann Maria an, eine hiesige Geocacherin. Mit ihr hatte ich schon vor Tagen besprochen, dass sie mich abholen würde. Gemeinsam mit ihrem Sohn besuchte ich bald darauf meinen ersten Cache in Neuseeland, die wohl einzige dafür genutzte Webcam auf der Südinsel. Danach fuhren wir zu einem CITO an der Woodend Beach, wo heute aber nicht aufgeräumt, sondern Bäume gepflanzt wurden. Mit einem anderen Cacher fuhr ich bald darauf zum Mega-Gelände in Kaiapoi. Der Event war sehr übersichtlich im Gegensatz zu Veranstaltungen in Deutschland, dafür aber sehr familiär. Zusammen mit zwei Schweizerinnen suchte ich drei Labcaches auf und machte mich anschließend alleine auf die Suche nach einem Wherigo. Gerade als ich mir dann etwas zu Essen kaufen wollte, kam wieder eine SMS, mit der man mich zum Abendessen auf dem Mega-Gelände einlud. Ich sagte zu und kehrte in die kleine Halle zurück, wo während des Essens auch ein paar Preise verlost wurden.

Später fuhr ich noch mit drei anderen Cachern, von denen einer Uwe aus Dortmund war, in die Nacht hinein, um die restlichen sieben Labcaches zu suchen. Da sie viele Kilometer auseinanderlagen, dauerte dies einige Stunden. Die dann noch geplante Nachtcache-Tour konnte dann erst nach 23 Uhr beginnen. Das war uns jetzt allen aber zu spät. Blöderweise trafen wir den Entschluss erst nach unserer Rückkehr in Kaiapoi, nachdem wir zuvor ganz in der Nähe meiner Unterkunft vorbeigefahren waren. Zum Glück fuhr eine müde Geocacherin in die ungefähre Richtung und sie brachte mich zurück zu meiner Gastfamilie. Kurz nach Mitternacht erreiche ich mein Zimmer. Nach einem Anruf zu Hause wollte ich noch etwas schreiben, doch dabei fielen mir die Augen zu. Also ging ich bald ins Bett.

 

4. Tag, Montag

Der Wecker klingelte um 7 Uhr, doch wach war ich schon um 6 Uhr, die 11 Stunden Zeitverschiebung konnte ich nicht auf die Schnelle wegstecken. Mein Frühstück machte ich mir selbst, in der Küche stand fast alles bereit. Das Brot war selbst gebacken und sah sehr kastenförmig aus. Nur der Haushund leistete mir Gesellschaft, er hoffte wohl bei mir etwas abstauben zu können. Ich blieb aber hart.

Eigentlich wollte Louise, eine weitere Geocacherin, mich um viertel nach Acht abholen, doch hatte ich wohl vergessen, ihr meine Adresse zu schicken. Sie kam deshalb nicht. Also musste wieder die arme Maria vom Tag zuvor als Abholerin herhalten. Dadurch kam sie zu spät am Treffpunkt an. Dieser war auf der Halbinsel Godley Head. Sie war aber auch der Guide für die heutige Wanderung und ohne sie konnte es nicht losgehen. Die anderen Cacher warteten deshalb auf uns. Solange wir auf den Wegen blieben, war das Laufen nicht sehr anstrengend, doch einige Caches ab Gelände T4,5 konnten so nicht gefunden werden. Um zu ihnen zu gelangen, war es notwendig in ziemlich steilen grasbewachsenen Hängen herumzuklettern. Den ersten davon entdeckte ich sogar selbst und später dann auch noch drei weitere, doch forderte es gleich von mir einen Tribut. Die plötzliche Anstrengung und die noch fehlende Anpassung an die neuseeländische Zeit brachten meinen Kreislauf zum Absturz, ich musste mich für einige Minuten ins Gras legen. Wenigstens war schönes Wetter, da ging das. Maria päppelte mich mit Weingummi und Wasser wieder auf. Zum Glück dauerte die Phase der Schwäche diesmal nicht besonders lange und sie kam auch heute nicht mehr wieder. Die nächste Kletterei ließ ich dann trotzdem aus, danach beteiligte ich mich aber wieder.

Beim Wendepunkt der Wanderung fand ich dann einen Cache oben auf einem freistehenden Felsen, das Hochsteigen lief dabei ganz gut, für den Weg nach unten brauchte ich dann aber Hilfe von einem der Neuseeländer. Der Rückweg verlief dann größtenteils über die Straße, doch auch an ihr waren noch einige Dosen versteckt, so dass ich ein zweites Mal als Vorsteiger zum Einsatz kam. Bei den Autos angekommen schmerzten meine Schultern sehr, was an meinem schweren Rucksack und der fehlenden Kondition lag. Im Lauf der Reise gewöhnte ich mich aber an das Gewicht.

Zurück in die Stadt nahm mich jetzt Louise mit, meine große Reisetasche wanderte deshalb in den Kofferraum ihres Wagens. Nach einer herzlichen Verabschiedung waren wir unterwegs, doch hatte Louise an die Fahrt eine Bedingung geknüpft. Ich sollte für sie einen weiteren Cache aus einem Baum herausholen. Das gelang mir auch recht leicht.

Sie lieferte mich danach an der Camelot Motor Lodge ab, wo der Rest meiner Gruppe schon eingecheckt hatte. Ich fand sie kurz danach bei einer ersten Besprechung am Pool. Außer Jörg und Stephanie gab es nur noch Cathrin und Daniela, dazu die Reiseleiterin Ingrid. Das waren vorerst alle. Wir machten später noch einen längeren Spaziergang durch die Stadt, die noch immer unter den Folgen des letzten großen Erdbebens von 2011 leidet. Viele beschädigte Gebäude wurden nur notdürftig abgestützt oder sind inzwischen wegen Abriss ganz verschwunden. Vor allem die Kathedrale hat das Beben schwer getroffen, vom Glockenturm ist nichts mehr übrig. Unser Fußmarsch dehnte sich länger als geplant, so dass wir etwas spät zum Abendessen kamen. Ingrid hatte einen Tisch bei einem Thai vorbestellt. Die Preise waren recht hoch, ich bezahlte umgerechnet 22 Euro fürs Essen und ein Fläschchen Bier.

Wieder im Hotel ging ich nochmal weg, ich wollte Getränke kaufen. Doch leider war der angepeilte Supermarkt schon zu. Ich ging deshalb zur Tankstelle, bekam dafür aber eine Flasche umsonst mitgegeben. Dann kehrte ich zum Zimmer zurück, das ich mit Jörg teilte. Erst als er schon im Bett lag, begann ich mit dem Schreiben, was bis nach Mitternacht dauerte. Ich hatte ja auch zwei Tage nachzuholen.

 

5. Tag, Dienstag

Um 8 Uhr sollte heute unser Bus beladen werden, also ließen wir den Wecker eine Stunde früher klingeln. Doch viele Dinge hatte ich nicht einzupacken, ziemlich pünktlich war das Fahrzeug gefüllt. Wir fuhren aber nicht gleich los, erst gingen wir noch Frühstücken. Das gab es nicht in der Lodge sondern in einem nahen Lokal und wurde heute aus der Küchenkasse bezahlt. Für jeden standen dafür etwa 20 Dollar zur Verfügung, was bei den Preisen in Neuseeland eigentlich nicht besonders viel war. In Deutschland wären es 14 Euro gewesen.

Später fuhren wir bei leichtem Nieselregen durch das flache Canterbury. Links und rechts von uns lagen Felder, die von riesigen Sprinkleranlagen gewässert und von hohen Hecken begrenzt wurden. Wir kamen gut voran, doch die Höchstgeschwindigkeit lag bei 90 km/h. Viel mehr schaffte der Bus auch nicht. Die einzige Stadt auf dem Weg nach Südwesten war Geraldine, dort wurde getankt und in Supermarkt eingekauft. Ingrid tankte eigentlich immer wann es möglich war, auch die Reichweite des Busses war nicht besonders. Stephanie kümmerte sich um die Küchen- und Jörg um die Bierkasse, sie kassierten nach Bedarf Geld und hatten am Ende der Reise auch noch etwas übrig.

Wir aßen in der Stadt auch zu Mittag, es gab einheimisches Essen, was auch ganz OK war. Aber daran gewöhnen möchte ich mich nicht! Die weitere Fahrt verlief jetzt mehr in Richtung Westen, in Richtung der bald sichtbaren Südalpen. Den nächsten Halt legten wir dann am Lake Tekapo ein. Dessen sonst so schön türkis leuchtendes Wasser kam bei der heutigen starken Bewölkung aber leider nicht so recht zur Geltung. Es sah eher silberweiß aus. Wir hatten hier nur eine Viertelstunde Zeit, was mir persönlich etwas wenig war, wollte ich doch einen Earthcache machen und musste dazu auf die andere Seite des Ausflusses aus dem See. Die Autobrücke dazu war aber recht weit entfernt und eine neue Fußgängerbrücke wurde gerade erst installiert. Ich hatte deshalb keine Zeit, der Kirche am See oder dem Denkmal des Schäferhundes einen Besuch abzustatten, aber das hatte ich ja schon vor 20 Jahren gemacht. Nur ein paar schnelle Fotos waren heute drin.

Wir fuhren weiter und erreichten als nächstes den Lake Pukaki, der eigentlich die gleiche Farbe wie Lake Tekapo aufweist. An seiner westlichen Seite entlang fuhren wir bis zum nördlichen Ende, wo wir auf dem Campingplatz Glentanner für heute anhielten. Zwei Nächte würden wir hier verbringen, alle in Cabins, da das Wetter für die nächsten Tage regnerisch sein sollte. Dafür mussten wie Mädels etwas extra bezahlen, Jörg und ich hatten eh für die ganze Fahrt eine feste Unterkunft gebucht. Die Gäste durften dann gleich einen Spaziergang zum See machen, während Ingrid in der Zwischenzeit eine Bolognese-Sauce kochte. Später kamen dann noch Spaghetti dazu. Eine Schulklasse war auch auf dem Platz, doch störten die Kinder uns nicht, wir konnten in Ruhe essen, spülen und aufräumen. Danach saßen wir bei Bier und Wein noch eine Zeitlang im Aufenthaltsraum. So nach und nach löste sich die Runde aber auf, ich war um 23 Uhr der Letzte der ging.

 

6. Tag, Mittwoch

Frühstück gab es um 7 Uhr und weil es ordentlich etwas gab, zog es sich bis 8 Uhr hin. Das war Ingrid schon etwas zu lang, weil ja auch noch gespült werden musste. Die Kochutensilien blieben aber für heute in der hiesigen Küche.

Wir mussten jetzt noch einige Kilometer nach Norden fahren, denn etwas wandern würden wir heute in der Nähe des Mount Cook Village. Noch etwas hinter der kleinen Siedlung, in Richtung des Abel Tasman Gletschers, stellt Ingrid den Bus ab und wir liefen das doch recht kurze Stück bis zu einer Seitenmoräne des Gletschers. Ein Weg führt auf sie hinauf und von oben konnten wir in der Ferne den Gletscher sehen. Leider war ansonsten kaum etwas zu sehen, die dichten Wolken standen recht tief und von den schneebedeckten Bergen der Alpen war vorerst nichts zu entdecken. Wir kehrten bald darauf zum Bus zurück und fuhren noch weiter. Diesmal an das Ende des Müller Gletschers. Auch hier bestiegen wir eine Seitenmoräne und kamen zum Kea Point, einem Aussichtspunkt. Auch hier hatte sich der Gletscher leider schon weit zurückgezogen.

Das Wetter besserte sich und wir konnten jetzt das Eis an den Hängen des nahen Mount Sefton erkennen. Ab und zu rumpelte es, wenn weit oben eine Eislawine ausgelöst wurde, doch sehen konnten wir sie nicht. Nachdem wir wieder zum Parkplatz zurückgekehrt waren, bogen wir in Richtung des Hooker Gletschers ab. Wir überquerten dabei den Gletscherfluss mittels einer Fußgängerbrücke, der dann später noch zwei weitere folgten. Der Himmel klarte immer mehr auf und es wurde richtig warm. Die Sonne verbrannte mir sogar die unzureichend eingecremte Nase. Schließlich stiegen wir über eine alte Endmoräne des Gletschers und sahen dahinter den Gletschersee. Darüber thronte, nur von wenigen Wolken verdeckt, der höchste Berg von Neuseeland, Mount Cook oder Aoraki. Der Anblick war wirklich grandios, deshalb verging auch die halbe Stunde sehr schnell, nach der wir wieder aufbrechen mussten. Den Rückweg liefen wir viel schneller, es wurde jetzt ja auch viel weniger fotografiert. Die Wege waren, wie eigentlich überall in Neuseeland, sehr breit und gut in Schuss gehalten, Sie stellten normalerweise keine Herausforderung dar.

Später besuchten wir noch das Info-Gebäude in der nahen Siedlung, doch Stephanie und ich blieben nicht lange. Wir besorgten uns etwas zu trinken im nahen Café. Gegen 17 Uhr kehrten wir dann zum Campingplatz zurück und hatten jetzt etwas Zeit, bevor um 18:30 Uhr das Kochen begann. Es gab Lachs zu Kartoffeln und Brokkoli, dazu die restlichen Nudeln vom Vorabend. Cathrin und ich kämpften dabei mit den großen Gasgrills, bekamen aber Hilfe durch die Lehrer der immer noch anwesenden Schulklasse. Natürlich kochten wir wieder zu viel, doch wenigstens der Fisch wurde alle. Nach dem Spülen waren Ingrid und Daniela gleich verschwunden, wir anderen vier blieben noch am Tisch sitzen. Um 23:30 Uhr war ich allerdings der Letzte im Aufenthaltsraum.

 

7. Tag, Donnerstag

Wir sollten heute etwas früher unterwegs sein, deshalb wurden schon vor dem Frühstück um 6:30 Uhr die Taschen in den Bus gepackt. Das Essen und Spülen dauerte dann trotzdem bis halb 8 Uhr und als wir dann losfuhren, war leider auch das Wetter nicht mehr so schön wie am Tag zuvor. Dichte Bewölkung herrschte vor und ab und zu regnete es auch etwas. Wir fuhren jetzt in Richtung Südosten zum Meer und von dort weiter nach Süden bis Dunedin. Blöderweise mussten wir auf dem Weg dahin aber zweimal tanken, wie schon geschrieben war nicht viel Platz im Tank. Noch am Vormittag hielten wir an einem Supermarkt, um uns Zutaten für belegte Baguettes zu besorgen. Am Abend würde es zu spät zum Kochen sein und deshalb bereiteten wir schon etwas vor.

Den nächsten größeren Halt legten wir an der Küste in Oamaru ein, um dort die im viktorianischen Stil erbauten Häuser zu besichtigen. Überraschenderweise hatte ich dort genug Zeit um einen Wherigo zu spielen, der mich auch durch diese Straßen führte. Dabei war ich aber alleine unterwegs. Ein Stück weiter an der Küste entlang lag dann der Ort Moeraki. An seinem Strand liegen Steinkugeln, die bis zu zwei Meter groß sind. In Millionen von Jahren haben sie sich tief im Sand durch Anlagerung von Material an einen organischen Kern gebildet. Risse wurden mit Mineralien gefüllt und bilden heute die Sollbruchstellen, an denen die durch Erosion aus dem Sand befreiten Gebilde heute dann auch eventuell auseinanderfallen. Wir blieben 45 Minuten, leider regnete es zeitweise. Wir aßen hier auch den Kartoffelsalat aus den Resten des Abendessens, doch beteiligte ich mich nicht daran, ich besorgte mir lieber ein großes Sandwich beim nächsten Tankstopp. Nachdem wir Dunedin erreicht hatten, fuhren wir gleich weiter zur Otago-Halbinsel, wo eine Übernachtung in dem kleinen Ort Portobello vorgesehen war. Außerdem sollten wir dort um 15:30 Uhr zu einer Tierbesichtigungstour abgeholt werden, da blieb nur wenig Zeit übrig, um die Sandwichs zu belegen. Wir hetzten uns ab und erfuhren, dass sich der Bus, der uns abholen sollte, verspätete. Als er schließlich ankam, fuhren wir zuerst zum Infocenter an der Spitze der Halbinsel. Dort gab es Albatrosse zu sehen, die hier bei starkem Wind majestätisch durch die Luft glitten. Als es dann aber zu regnen anfing, in den auch Graupel gemischt war, flüchteten wir uns eine Zeitlang ins Innere des Centers.

Bald darauf fuhr uns der Bus zur Ostküste der Halbinsel, dort gab es Robben, Seelöwen und Pinguine zu sehen. Die Ersteren fanden wir in den Klippen, die Zweiten am Strand und die Letzteren in den Büschen oberhalb. Wir nahmen uns ausgiebig Zeit zur Beobachtung, so dass wir erst um 20 Uhr wieder am Bus waren. Man hatte uns in zwei Gruppen aufgeteilt, die andere Gruppe wartete schon auf unsere Ankunft und sie waren im Gegensatz zu uns ziemlich durchgefroren.

Als wir am Zeltplatz ankamen, war es inzwischen dunkel geworden. Ingrid wärmte noch eine Dosensuppe auf, nach dem Snack gingen alle aber bald ins Bett. Die Frauen schliefen heute erstmals in ihren Zelten, ich war bei dem kalten Wetter aber froh, ein festes Dach über dem Kopf zu haben.

 

8. Tag, Freitag

Die anderen wollten um 7 Uhr frühstücken, da stand ich aber schon an der Bushaltestelle ein Stück weit die Straße hinunter. Ich brauchte heute etwas mehr Zeit für einen speziellen Cache in Dunedin und machte mich deshalb eine Stunde früher auf den Weg. Um 7:30 Uhr erreichten wir die kürzeste Entfernung zum Cache auf dem Weg des Busses in die Stadt und ich stieg an der nächsten Haltestelle aus. Von da aus ging der Weg ziemlich steil bergauf. Vor Ort musste ich etwas länger suchen, die alte Dose vom November 2000 war gut versteckt. Danach ging ich zum Treffpunkt am Bahnhof, wo ich schon um 8:15 Uhr ankam. Die Restzeit von 75 Minuten bis zur geplanten Abfahrt war etwas kurz, um noch einen weiteren Cache mit diesem Alter zu suchen. Ich wartete deshalb auf den Rest der Gruppe, doch in der nächsten halben Stunde tauchte der Bus nicht auf. Zu spät bekam ich dann stattdessen eine Mail, dass der Aufenthalt um weitere 45 Minuten verlängert worden war. Da reichte die Zeit nicht mehr für eine Taxifahrt auf den Mount Cargill, aber wenigstens ein Frühstück konnte ich mir noch besorgen.

Um 10:15 Uhr fuhren wir in Richtung Osten, doch dabei wurde der morgendliche blaue Himmel immer weniger. Auf der Fahrt zog es sich zu und manchmal regnete es auch. Einen ersten Halt machten wir heute in Gore, wo wir die Gelegenheit für einen kleinen Einkauf nutzten. Dazu hört zum Glück auch mal der Regen auf. Ingrid vergaß zu tanken und wollte das in Riversdale nachholen, nahm dann aber eine Abkürzung, die an der Stadt vorbeiführte. Als sie es merkte, wollte sie umdrehen, doch das wären inzwischen schon 10 Kilometer in die entgegengesetzte Richtung gewesen. Ohne Kenntnis der nächsten Tankstelle fuhren wir deshalb weiter bis nach Lumsden, wo es tatsächlich Treibstoff zu kaufen gab.

Auf der weiteren Fahrt bogen wir dann kurz vor unserem Ziel Te Anau rechts auf eine kleine Straße ab, denn am Nachmittag wollten wir noch eine Schaffarm besuchen. Der Farmer Graham und seine Tochter begrüßten uns. Es gab Kaffee, Tee und einen Snack, dann sahen wir uns per Pritschenwagen auf dem weitläufigen Gelände um. Außer Schafen und Rindern hatte Graham auch Hirsche, doch nur eines der Tiere war so zahm, sich anfassen zu lassen. Neben dem Fleisch verkaufte er auch die Geweihe, die er dazu selbst vom Kopf herunter schnitt. Graham führte uns auch die Schafschur vor, was bei ihm mehrere Minuten dauerte, da er nicht so in Übung wie ein professioneller Schafscherer war.

Um 18:30 Uhr verließen wir die Farm und waren bald darauf in der kleinen Stadt Te Anau. Zum Abendessen gab es Pizza im Restaurant, dann wurde die Gruppe für die nächsten zwei Übernachtungen auf Bed and Breakfast-Unterkünfte verteilt. Jörg und ich blieben alleine in einer Unterkunft, hatten aber 15 Flaschen Bier mitgenommen, die wir aber natürlich nicht alle leerten. Trotz Dämmerung machten wir noch einen langen Spaziergang am nahen Seeufer und nahmen dabei noch einen Multicache mit. Trotz fehlender Station konnte ich ihn dank der angegebenen Tipps entdecken. Wieder zurück in der Privatunterkunft ging danach die Zeit mit Duschen und Schreiben drauf.

 

9. Tag, Samstag

Heute stand der Tagesausflug zum Milford Sound auf dem Programm. Beim Aufstehen zeigte der Blick aus dem Fenster schönstes Wetter und so blieb es auch den ganzen Tag. Frühstück wurde von unseren Gastgebern zubereitet, was gut aber leider nicht sehr reichlich war. Von nur 5 Toasts werde ich nun mal nicht satt.

Kurz nach 8 Uhr kam Ingrid mit dem Bus und den anderen vorbei, da waren wir gerade fertig geworden. Wir fuhren nach Norden und hatten eine Strecke von etwa 120 Kilometern vor uns. Der Milford Sound ist nur von Te Anau mit dem Auto erreichbar, weswegen ich bei meinem ersten Besuch dort vom viel näheren Queenstown aus das Flugzeug nehmen musste. Unterwegs hielten wir bei den kleinen Mirror Lakes um ein paar Fotos zu schießen, es gab auch ein Spiegelbild im Wasser, einige schwimmende Enten zerstörten aber den Effekt.

Der Weg führte jetzt immer höher in die Berge hinauf, bis wir durch den Homer-Tunnel eine Wasserscheide querten und den Milford Sound unter uns sahen. Das Wetter blieb zum Glück beständig schön. Wir kamen jetzt hinab zum Bootshafen am Fjord und hatten dort bis zur Abfahrt noch eine Viertelstunde Zeit. Diese nutzten wir für ein paar Fotos vom des bekannten Mitre Peak, dessen Spitze heute aber in leichten Wolken lag.

Den Ausflug auf den Sound machten wir mit einem der kleineren Boote, das vielleicht zwei Dutzend Gäste beherbergte. Ich blieb die meiste Zeit auf dem Oberdeck und zog bald darauf Regenhose, Mütze und Handschuhe an. Trotz Sonne war es sehr frisch und es wehte immer stärker, je mehr wir uns der Küste näherten. Am Ende des Sounds hielt das Boot kurz an und kehrte dann um, nachdem wir zuvor am südlichen Ufer entlanggefahren waren, hielten wir uns nun an die Nordseite. Es gab Wasserfälle und auch einige Robben zu sehen, Delphine entdeckte ich diesmal leider nicht.

Wieder an Land fuhren wir erneut über die Passstraße und durch den Tunnel. Um ein Stückchen weiter südlich noch eine Wanderung zu unternehmen. Auf dem Routeburn Track liefen wir stetig aber nicht sehr steil aufwärts, bis wir den Key Summit erreichten. Dort oben gab es einen kleinen Rundweg und Hinweistafeln zum Lesen, auch machten wir einige Gruppenfotos mit meinem Stativ. Nach kurzem Aufenthalt kehrten wir wieder zum Bus zurück. Als wir wieder in Te Anau ankamen, war es bereits recht spät geworden, so dass wir gleich zum Essen einkehrten. Es gab Steaks, die meiner Meinung nach nicht besonders waren, dafür aber viel zu viel kosteten. Ich war der erste der später ging, ich wollte noch schreiben und heute an Halloween nicht zu spät ins Bett kommen. Außerdem wollten Jörg und ich am nächsten Tag recht früh aufstehen.

 

10. Tag, Sonntag

Im Gegensatz zu den Mädels standen Jörg und ich recht früh um 4:30 Uhr auf, denn heute fand das Endspiel der Rugby-Weltmeisterschaft zwischen Australien und Neuseeland statt. Das war aber in London und begann hier schon um 5 Uhr. Wir hatten eigentlich gehofft, unsere Gastgeber zu begleiten, doch ließen die sich nicht blicken, also gingen wir ins Lokal vom Vorabend, wo schon jede Menge Fans warteten. Gemeinsam mit den Kiwis schauten wir das Spiel an, doch war die Stimmung nicht so überschwänglich wie erhofft, obwohl die All Blacks von Beginn an führten und mit 34 zu 17 gewannen. Für mich war es das erste Rugby-Spiel, das ich in meinem Leben sah.

Zum Frühstück um 7 Uhr waren wir zurück im B&B, bekamen Eier mit Speck und wurden bald von Ingrid abgeholt. Auch das Gepäck nahmen wir mit, denn wir wechselten heute für die nächsten beiden Nächte auf den nahen Campingplatz. Wir fuhren jetzt nur ein paar Meter, denn mit Stephanie hatten wir für heute eine Wanderung geplant. Es war ein Tag ohne gemeinsames Programm auf dieser Reise. Ein zuvor bestelltes Wassertaxi brachte uns auf die andere Seite des Sees, während Ingrid Cathrin und Daniela zum südlichen Ufer des Gewässers brachte. Sie wollten dort auch wandern gehen, während ich die Besteigung des Mount Luxmore vorgeschlagen hatte. Nach wenigen Minuten Fahrt landete uns das Boot an einem Sandstrand an und dank einer Rampe am Bug kamen wir trockenen Fußes ans Ufer. Genau an dieser Stelle bog der bisher am See entlang verlaufende Kepler-Track in Richtung Berge ab. In angenehmer Steigung führte der Weg in großen Schleifen jetzt den Hang hinauf, doch es dauerte fast zwei Stunden, bis wir den verwunschenen Wald verließen, der uns solange eine gute Sicht verwehrte. Auf der sonnenüberfluteten Hochebene machten wir eine erste Pause und benötigten danach nur noch etwas mehr als eine halbe Stunde bis zur Luxmore Hut. Sie war eine unbewirtschaftete Hütte, hatte zum Glück aber funktionierende Toiletten. Nach einer erneuten Pause gingen wir zum Mount Luxmore weiter. Der Weg wurde jetzt steiler, doch gegen 13 Uhr kamen wir ohne Probleme auf den Gipfel bei 1472 Metern. Nur zwei Schneefelder hatten wir noch queren müssen. Bei kräftigem Wind, aber nicht zu kühler Temperatur blieben wir eine Zeitlang oben, denn die Aussicht war grandios.

Nach dem Abstieg zurück zur Hütte hätten wir eigentlich direkt weiterlaufen müssen um pünktlich beim Wassertaxi zu sein. Stattdessen machten wir aber eine weitere Pause, denn Stephanie wollte sich nicht hetzen lassen. Cathrin war da als wir ankamen, sie wollte aber gerade aufbrechen. Sie hatte Daniela weit hinter sich gelassen. Wir drei machten noch einen Abstecher zu einer nahen Höhle, die aber nicht interessant war. Nur einen Cache konnte ich dort finden. Unterwegs gab ich dem Skipper des Taxis per Telefon Bescheid, dass wir uns um eine halbe Stunde verspäten würden. Auch Ingrid rief an, sie hatte ihren Schlüssel im Bus eingeschlossen und fragte nach, ob ich den Ersatzschlüssel dabei hatte. Sie hatte ihn mir am Anfang der Fahrt anvertraut und ich hatte ihn zum Glück immer in der Hosentasche.

Kurz nach 17 Uhr brachte uns das Taxi wieder über den See, jetzt direkt zur Anlegestelle gegenüber dem Campingplatz. Ingrid wartete auf uns und den Schlüssel, entdeckte ihren eigenen im Gepäckraum und fuhr gleich los, um die anderen beiden Wanderer abzuholen. Wir anderen warteten müde, während mich eine ziemlich heftige Pollenallergie piesackte. Beim Kochen konnte ich heute deshalb nur wenig helfen. Wir aßen heute Spaghetti mit Schinkensoße und satt schlief ich später im Aufenthaltsraum in einem Sessel ein. Kaum wieder wach, ging ich deshalb bald ins Bett in meiner kleinen Einzelkabine und verschob das Schreiben auf den nächsten Tag.

 

11. Tag, Montag

Wir frühstückten auf dem Campingplatz und machten uns Brote für den nächsten Tag, denn während unserer heutigen Tour auf dem Doubtful Sound würde es nichts geben. Kurz nach 8 Uhr fuhr Ingrid uns zur Siedlung Manapouri am gleichnamigen See. Von dort aus mussten wir die Fähre über den See nehmen, eine Straße gab es nicht. Ingrid begleitete uns heute nicht, das war aber auch nicht nötig. Bis zur Abfahrt hatten wir noch eine halbe Stunde Zeit, die ich wieder nutzte um einen weiteren Cache zu suchen. Dazu musste ich etwas rennen, war aber pünktlich an Bord. Das Boot machte sich auf den Weg in Richtung Westen, einer dunklen Wolkenwand entgegen.

Auf dem Oberdeck war es ziemlich windig, doch ein Regenbogen in der Ferne lud zum Fotografieren ein. Leider blieb er der einzige Farbtupfer heute. Am gegenseitigen Ufer des Sees sahen wir bald ein Wasserkraftwerk und Busse warteten in seiner Nähe auf die ankommenden Gäste. Wir fuhren jedoch zuerst nur zwei Kilometer, ein Stück der Straße wurde gerade neu gebaut und diese Stelle konnten die Fahrzeuge nicht passieren. Wir gingen ein Stück zu Fuß und stiegen in einen anderen Bus. Dieser brachte uns dann zum Doubtful Sound, wobei wir ohne Anzuhalten einen Aussichtspunkt passierten, die Sicht war einfach zu schlecht. In der Nähe vom Wasserauslass des Kraftwerks bestiegen wir jetzt ein etwas größeres Boot. Auf dessen Oberdeck war es ziemlich zugig, doch mit Regenhose, Mütze und Handschuhen konnte ich es aushalten. Es gab zwar leider wegen des Wetters nicht viel zu sehen, doch blieb es wenigstens trocken, obwohl der Himmel nicht danach aussah.

Wir fuhren jetzt wieder bis zur Westküste, sahen dort in der Ferne ein paar Robben und fuhren wieder zurück. Besonders interessant war der Ausflug nicht. Auf dem Rückweg blieb ich meistens unter Deck, aß meine Brote und schrieb an meinem Bericht. Bei der Ankunft am Liegeplatz warteten die Busse schon, es ging zurück zur ersten Fähre und langsam wurde auch das Wetter besser. Um 15 Uhr waren wir wieder in Manapouri, doch Ingrid war nirgends zu sehen. Ich rief sie an, sie war noch auf dem Campingplatz, fuhr jetzt aber gleich los. Nachdem sie uns abgeholte hatte, blieben wir nur kurz bei unserer Unterkunft, es ging gleich weiter ins Stadtzentrum. Dort holte ich mir ein Allergiemittel, während Cathrin vergeblich versuchte, eine Internetkarte für ihr Tablet zu bekommen. Den Weg zurück zum Campingplatz machten wir später zu Fuß, knapp verfolgt von dunklen Wolken und Sprühregen. Wir hatten jetzt etwas Zeit bis zum Abendessen, die ich lesend im Bett verbrachte. Auch schrieb ich ein paar Postkarten. Zum Essen gab es heute Chili, das Ingrid schon vorbereitet hatte. Nach dem Spülen dauerte es heute nicht lange, bis alle zum Schlafen verschwunden waren.

 

12. Tag, Dienstag

Heute gab es erst um 7:30 Uhr Frühstück, doch ich war schon um 5 Uhr wach und stellte meinen Wecker um, ich hatte ihn am Abend vergessen. Bei Regen beluden wir den Bus und machten uns fast pünktlich um 9 Uhr auf den Weg nach Queenstown. Sehr weit war die Strecke nicht, doch unterwegs musste mal wieder getankt werden. Waren wir bis zum Stopp nach Osten gefahren, führte die Straße jetzt nach Norden, doch das Wetter wurde leider nicht besser. Auch in Queenstown gab es eine tiefliegende Wolkendecke und zeitweise etwas Nieselregen. Auf dem Campingplatz bekamen Jörg und ich ein richtiges Hotelzimmer, während die Frauen mit ebenen grünem Gras vorlieb nehmen mussten. Sie bauten heute wieder ihre Zelte auf, wobei Jörg und ich ihnen ein wenig zur Hand gingen. Danach hatten wir Freizeit bis zum Abend, denn die geplanten Extraaktivitäten fielen wegen des schlechten Wetters aus. Bei mir wäre es ein Fallschirmsprung gewesen und ich bin nicht sicher, ob es mir leidtun oder ich froh sein sollte. Stattdessen bekam unsere Reisegruppe Zuwachs. Heute stieß Cornelia zu uns, die wie Jörg und ich eine feste Unterkunft bevorzugte. Sie hatte nur 3 Wochen gebucht und war von Australien herüber geflogen.

Später gingen wir drei ins Vogelgehege, eine grandiose Abzocke. Außer den Kiwis in ihren abgeschlossenen Gebäuden mit vertauschter Tag und Nacht, gab es nur noch ein paar andere Vögel zu sehen. Dafür hatten wir 45 Dollar bezahlt, was umgerechnet etwa 30 Euro entspricht. Eine Frechheit! Hätte ich nur vorher meinen früheren Reisebericht gelesen. Schon damals habe ich an dem Vogelhaus in Queenstown kein gutes Haar gelassen.

Jetzt sahen wir uns den nahen Friedhof an, danach wollte ich einen Multicache machen. Leider suchten wir schon an Stage 1 ziemlich lange, so dass sich Jörg und Stephanie zur Umkehr entschlossen. Kaum waren sie weg wurde ich fündig. Leider blieb es bei dem einen Erfolgserlebnis, denn die weiteren Stationen fand ich nicht. Ich konnte mir aber die weitere Strecke vorstellen und folgte aufmerksam dem Uferweg, deshalb war es mir möglich den Final auch ohne Koordinaten zu finden. In dessen Nähe gab es eine Bushaltestelle, von dort fuhr ich zurück in die Stadt. Das kostete auch wieder zu viel, über 4 Euro für etwa 6 Kilometer Strecke.

Ich war kurz vor 19 Uhr wieder zurück am Campingplatz, wo jetzt gerade mit dem Kochen angefangen wurde. Dabei stand ich nur im Weg herum, also holte ich meinen Schreibrückstand auf. Nach dem indischen Hühnchen mit Reis wurde sauber gemacht, danach blieben Stephanie und ich alleine zurück. Jörg fühlte sich etwas kränklich. Als ich dann auch ins Zimmer kam, ging er gerade ins Bett. Jetzt hatte ich die Muße, meinen Reisebericht wieder auf den aktuellen Stand zu bringen.

 

13. Tag, Mittwoch

Ein Blick aus dem Fenster zeigte, dass der Tag versprach schön zu werden. Ich packte meine Sachen, brachte die Tasche zum Bus und half dabei das Frühstück vorzubereiten. Wir hatten heute einen Fahrtag vor uns und würden die nächsten Tag an der Westküste der Südinsel verbringen. Dort gab es nicht viel zu kaufen, also musste schon heute die Lebensmittel für die nächsten Tage besorgt werden. Dazu besuchten wir den gleichen Supermarkt wie tags zuvor in Frankton. Danach fuhren wir zuerst ein Stück in Richtung Osten und erreichten hinter dem Lake Hayes als nächstes eine Passstraße. Erst oben merkten wir, dass wir den geplanten Besuch der Bungee Jump Brücke vergessen hatten. Also drehte Ingrid um, fuhr zurück ins Tal und dann zu der alten Brücke über den Kawarau River. 20 Minuten sahen wir zu und in dieser Zeit sprangen mehrere Touristen. Überhaupt war das ganze ziemlich kommerziell geworden, bei meinem ersten Besuch gab es noch kein großes Infocenter neben der Brücke und die Zuschauer hielten sich in Grenzen.

Nachdem alle wieder im Bus waren, drehten wir nicht um, sondern fuhren auf der SH6 weiter nach Wanaka. Dort machten wir Mittag an einem weiteren See. Nach Fish and Chips ging es weiter in Richtung Norden. Wir überquerten den Haast Pass, eine Wetterscheide, doch glücklicherweise blieb auch auf der anderen Seite das Wetter schön. Kurze Stopps machten wir bei den Thunder Creek Falls und den Roaring Billy Falls, wobei nur die Letzteren ein Stück von der Straße entfernt lagen. Hier mussten wir ein Stück durch ursprünglichen Urwald laufen. Weiter am Haast River entlang erreichten wir bald darauf die Küste und folgten ihr noch ein Stück in Richtung Südwesten. Im Haast Beach Holiday Park blieben wir für die Nacht. Während die eine Hälfte von uns kochte, gingen wir drei auf einem nahen Rundweg spazieren. Nach dem Essen durften die anderen gehen, während wir den Abwasch machten. Danach wollten wir eigentlich zum Strand laufen, der etwas von unserer Flussmündung entfernt lag. Es war jedoch alles eingezäunt und so konnten wir das Meer nur hören und nicht sehen. Selbst ich, der ich einige Kilometer weiter als die anderen gegangen war, fand nur Zäune und Verbotsschilder vor. Also ging auch ich zurück und machte unterwegs noch einige Bilder vom Sternenhimmel, die aber alle nichts wurden. Mit der alten digitalen Kamera gelangen sie wesentlich besser. Jörg war schon im Bett, als ich zum Campingplatz zurückkam, er fühlte sich weiterhin nicht ganz gesund. Die Mädels jedoch saßen an einem Tisch in der Nähe ihrer Zelte. Ich blieb nur kurz bei ihnen, denn wie immer hatte ich noch zu schreiben. In der jetzt leeren Küche hatte ich dazu genug Muße und wurde recht schnell fertig.

 

14. Tag, Donnerstag

Heute war erneut ein Fahrtag, mit einigen Stopps und kurzen Wanderungen. Zuerst blieb es sehr sonnig, doch je mehr wir in den Norden kamen, umso mehr zog es sich zu. Einen ersten Halt machten wir am Ship Creek, wo zwei Spaziergänge absolviert wurden, einer in den Dünen und am Strand und einer im Wald weg von der Küste. Der Fluss der hier ins Meer mündet, hat eine braune, nach Tee anmutende Färbung. Sie kommt von verrottenden Pflanzen und begegnete uns noch an anderen Gewässern an der Westküste. Auf jeden Fall sah das Wasser recht ungesund aus. Unser Aufenthalt wurde noch um 15 Minuten verlängert, da hatte ich dann noch Zeit einen weiteren Cache zu suchen.

Weiter ging es zum Knights Point, einem Aussichtspunkt, der aber nicht sehr schön war. Auch war die Aussichtsplattform wegen Einsturzgefahr gesperrt. Wir blieben nur kurz. Jetzt verlagerte sich die Straße mehr ins Landesinnere, um dann bei Bruce Bay noch einmal kurz die Küste zu erreichen. Danach kamen wir zum Fox Gletscher, der auf dem gleichen Breitengrad wie Christchurch liegt. Wir machten eine kurze Wanderung in Richtung Gletscherzunge, die sich seit meinem ersten Besuch vor 21 Jahren dramatisch zurückgezogen hat. An einer steilen Stelle des Wegs durfte man wegen Steinschlaggefahr nicht stehenbleiben, einige untrainierte Touristen mussten aber trotzdem verschnaufen. Am Aussichtspunkt angekommen aßen wir unsere mitgebrachten Brote und blieben länger vor Ort als die meisten anderen Besucher. Wieder zurück am Bus fuhren wir dann das kurze Stück bis in den Ort, der auch Fox Glacier heißt und dann weiter zum Lake Matheson. Dort machten wir die letzte Wanderung für heute, einmal um den nicht sehr großen See herum. Bei Windstille und guter Sicht spiegeln sich die fernen Berge in seinem Wasser, das taten sie heute aber leider nicht.

Unser Campingplatz lag in Fox Glacier und dort angekommen sollten zwei von uns gleich zu einem Rundflug starten. Wegen des trüben Wetters fand der aber nicht statt. Einen erneuten Versuch wollten sie am nächsten Morgen starten. Die Frauen kochten bald darauf Gulasch, fanden aber kein Paprikapulver mehr in der Gewürzkiste. Ich konnte noch etwas Bewegung gebrauchen und ging schnell den Kilometer bis zum Zentrum und kaufte welches. Bis wir gegessen und gespült hatten war es schon wieder 21:30 Uhr und einige von uns verschwanden in ihren Schlafsäcken. Es gab einen Aufenthaltsraum der zum Schreiben und fürs Internet benutzt wurde. Bei mir war beides fällig und so blieb ich bis kurz vor Mitternacht im gut geheizten Raum am Tisch hocken.

 

15. Tag, Freitag

Cathrin konnte heute wieder nicht ihren Fallschirmsprung durchführen, es waren wieder zu viele und zu tiefe Wolken am Himmel. Leider änderte sich das Wetter auch den ganzen Tag nicht. Für die beiden Gletscherflieger Daniela und Cornelia sah es besser aus, sie konnten ihren Rundflug mit dem Hubschrauber nach dem Frühstück machen und sogar für kurze Zeit auf dem Gletschereis landen. Ich hatte mich gegen einen Flug entschlossen, hatte ich ihn doch schon bei meinem ersten Besuch mitgemacht und damals auch nur einen Bruchteil des heutigen Preises bezahlt.

Eigentlich war für heute eine Wanderung zwischen den beiden Gletschern Franz-Josef und Fox mit einem Höhenunterschied von etwa 1000 Metern geplant. Die Sicht wäre oben wohl aber gleich null gewesen. Stattdessen machten wir einen Ausflug an den Strand von Gillespies. Der war eine halbe Stunde Fahrt entfernt. Dort ließen wir den Bus stehen und wanderten an der Küste entlang in Richtung Norden. Einige hundert Meter weit blieben wir hinter den Dünen und kamen dabei auch an den Resten eines alten Schwimmbaggers vorbei, von dem zum größten Teil nur noch der Ausleger mit den Baggerschaufeln zu sehen war. Ein sehr malerisches Motiv. Als uns der Weg wieder an den Strand führte, hielt ich lieber etwas Abstand und lief an der Vegetationsgrenze entlang. Dort gab es feinen Sand und keine Millionen von handgroßen Kieseln, die einem das Laufen erschwerten.

Wir kamen jetzt zur Einmündung eines weiteren braunen Flusses, der hier nur schwer zu überqueren war. Ein Stück weiter im Landesinneren weitete er sich jedoch zu einer Lagune die über zwei Holzbrücken passierbar war. An der Küste erhoben sich jetzt Klippen gefolgt von Urwald, in dem wir die nächste Stunde unterwegs waren. Doch gleich am Anfang gab es noch einen alten Tunnel zu besichtigen, der vor 120 Jahren von Pionieren angelegt wurde. Er durchstieß die Klippen auf halber Höhe, hatte aber keinen Zugang zur Küste mehr. Sein Ende war durch einen Zaun gesichert. Unser Pfad wurde jetzt sehr steinig und matschig und es war nötig sorgfältig nach unten zu schauen, um nicht ins Stolpern zu kommen. Deswegen war mir die Gruppe zu langsam und ich lief mit der Zeit ein Stück voraus. Ich war deshalb auch der Erste an unserem Ziel Galway Beach und hielt dort nach Robben Ausschau, die es hier geben sollte. Heute waren aber keine zu sehen, vielleicht waren alle unterwegs zur Nahrungssuche. Am etwas windigen aber sonnigen Strand aßen wir die mitgebrachten Brote, bevor wir uns nach einer Pause auf den Rückweg machten. Auch jetzt zog sich die Gruppe wieder auseinander. Cathrin und ich waren die Ersten am Bus und verbrachten die Wartezeit in seinem stickigen Inneren, da wir im Freien von den nervigen Sandfliegen gepiesackt wurden.

Nachdem dann alle angekommen waren, machten wir uns auf den Rückweg, hielten aber kurz darauf noch wegen mir an einem alten Friedhof an. Ich las ein paar Daten von den Grabsteinen ab, die ich zum Finden eines Caches in der Nähe brauchte. Um 16:30 Uhr waren wir schließlich im Camp und hatten bis zur Vorbereitung des Abendessens jetzt noch gut zwei Stunden Zeit. Eine davon verbrachten wir drei im Ort mit Anschauen von Souvenirs und Eis essen. Die andere verschlief ich im Zimmer auf meinem Bett. Ich kam deshalb auch etwas spät zum Kochen und konnte dabei nicht mehr helfen. Wenigstens beim Spülen war ich dabei, nachdem die Nudeln mit der Gemüsesoße in unseren Bäuchen verschwunden waren. Wir blieben dort noch eine Zeitlang sitzen, bis es mir am Rücken zu kühl wurde und ich in den Aufenthaltsraum wechselte. Gegen 23 Uhr wurde ich dort mit dem Schreiben fertig. Daniela lag zu dieser Zeit auf einem der Sofas und schlief, anscheinend hatte sie keine Lust in ihr Zelt zu gehen.

 

16. Tag, Samstag

Der Tag begann so bewölkt wie er aufgehört hatte. Also wieder nichts mit Fallschirmspringen. Wir frühstückten, räumten alles ein und waren kurz nach 8 Uhr wieder auf der Straße. Ich schlief fast sofort ein und wurde erst in Franz Josef wieder wach. Dort besuchten wir kurz das Infocenter, bevor es wieder weiterging. Ich wurde heute anscheinend immer nur bei den Stopps munter, denn das geschah als nächstes beim Bushmans Center, einem privaten Bollwerk gegen das Spritzen von Pflanzengiften in Neuseeland. Es gab einen Film zu sehen und ein kleines Museum, Jörg und ich blieben aber draußen und sahen uns dort die Emus und Ziegen an. Stephanie hatte ein junges Opossum in die Hand gedrückt bekommen und war ganz hin und weg.

Den nächsten Stopp machten wir in Hokitika. Dort sahen wir uns die vielen Geschäfte an, die Grünstein anboten. Ich kaufte aber nur zwei Ohrstecker für Mutti, liegt zuhause doch noch ein kleiner Tiki-Anhänger, den ich viel zu selten anziehe. Während Ingrid noch einkaufte, besorgten wir drei uns als Mittagessen jeweils eine Pizza, mussten diese dann aber mangels Zeit auf der Weiterfahrt essen. Der nächste Halt war bei den Pancake-Felsen, die aus vielen Lagen Sedimentgestein aufgebaut sind. Hier waren wir alle eine Zeitlang unterwegs zum Schauen und Fotografieren.

Der Campingplatz war jetzt nur noch einen Kilometer entfernt und von dort sollte anschließend noch eine kurze Wanderung stattfinden. Ich hatte für mich aber eine andere Idee und wollte einen längeren Weg mit ein paar Caches verbinden. Den Weg hatte ich mir zuvor auf der Landkarte meines Smartphones herausgesucht. Ich machte mich deshalb alleine auf den Weg. Der erste Cache lag noch auf den Pancakes am Ufer, 200 Meter Felsen musste ich bis dorthin überqueren. Zum Glück herrschte Ebbe. Ich suchte ziemlich lange, wurde aber irgendwann fündig. Danach ging ich weiter zu einem Multi, der etwas weiter südlich begann, von dem ich aber schon die erste Stage nicht fand. Dadurch hatte ich jetzt aber mehr Zeit zum Laufen.

Ich betrat jetzt den Wanderweg hinter dem Punakaiki River, den ich über eine recht neue Hängebrücke querte. Jörg musste den Fluss vor ein paar Jahren noch barfuß durchwaten. In 20 Minuten erreichte ich den höchsten Punkt des Weges, fand dort eine weitere Dose und stieg dann ab zum Endpunkt der Tour meiner Reisebegleiter. Dort fand ich aber niemanden. Da ich annahm sie seien schon hier gewesen, machte ich mich auch auf den Weg und folgte ihrer Laufrichtung. Es war inzwischen 19 Uhr und noch immer hatte ich drei Kilometer zu Laufen. 500 Meter bevor ich auf die Straße traf holte ich tatsächlich Cornelia und Daniela ein, sie trödelten etwas und waren auch mir zu langsam. Ich ging ihnen voran, denn der Campingplatz war nicht mehr weit. Dort waren die anderen drei bereits angekommen.

Vor dem Kochen gingen wir an den Strand um dort den Sonnenuntergang zu sehen. Ich ging kurz mal ins Wasser, aber wirklich nur kurz, die Brandung war heftig, der Boden steinig und das Wasser kalt. In der Dämmerung gab es dann Tortellini und Pesto-Sauce, wobei erstmals auch alles gegessen wurde. Ich brachte meine Person erst nach dem Spülen auf Vordermann und danach war es schon 23 Uhr. Das tägliche Schreiben beendete ich erst um Mitternacht.

 

17. Tag, Sonntag

Heute stand der nächste große Fahrtag auf dem Programm. Wir standen zur inzwischen eingependelten Zeit auf und waren kurz nach 8 Uhr auf der Straße. Doch als Erstes fuhren wir nur zwei Kilometer weit, bevor wir wieder anhielten. Zu einer aus Fels heraus gewaschenen Bucht konnten wir hinablaufen, bis wir das Ufer erreichten. Dort zu Laufen war aber nicht ungefährlich, denn die Brandung überspülte manchmal den ganzen sandigen Bereich bis zur Felswand. Wir blieben auf dem Steg.

Später fuhren wir eine längere Zeit mit dem Bus, bevor wir in dem winzigen Flecken namens Berlins eine Kaffeepause einlegten. Weiter ging es jetzt in Richtung Osten und bald kamen wir an der Hängebrücke vorbei, die ich bereits vor 21 Jahren einmal überquerte. Ich bat um einen Halt und stellte mit Erschrecken fest, dass dieser Fleck heutzutage total vermarktet war. Der Preis für das Laufen auf der Brücke hatte sich von einem Dollar auf ganze zehn erhöht. Deshalb blieb ich diesmal draußen, während fast alle anderen den Preis bezahlten. Immerhin gab es ein Fotoobjekt in Form eines zutraulichen Wildhuhns. Nach der nächsten Fahrstrecke erreichten wir Murchison, wo eine kurze Mittagspause eingelegt wurde. Es gab dort einen kleinen Flohmarkt und ein paar Geschäfte, aber nichts zu essen was ich mir hätte kaufen wollen. Später machten wir noch einen Fotostopp auf einem Pass namens Hope, bevor wir nach langer Fahrt in der größeren Ortschaft Motueka ankamen. Dort fuhren wir an einem kleinen Flugplatz vorbei, wo auch Tandemsprünge angeboten wurden. Ingrid fragte nach und es stellte sich heraus, dass Cathrin hier gleich die Möglichkeit zum Sprung haben würde. Sie blieb dort und wir anderen fuhren derweil zum Einkaufen. Wir mussten Lebensmittel für drei Tage besorgen. Als wir zurückkamen war die Maschine kurz vorher abgehoben und es dauerte eine Viertelstunde bis sie eine Höhe von 16000 Fuß erreichte. Dann sahen wir nacheinander die verschiedenen Springer durch die leichte Wolkendecke auftauchen. Cathrin kam als Letzte, sie war an der höchsten Stelle ausgestiegen. Ihr Begleiter landete das Paar nur gut 50 Meter von uns entfernt, wobei sie beide ein Stück auf dem Hosenboden rutschten. Unser Küken sah ziemlich glücklich aus und bekam auch bald ein Video vom Sprung ausgehändigt.

Wieder komplett fuhren wir weiter nach Marahau, wo wir drei Nächte bleiben würden. Die Cabins auf dem Campingplatz waren winzig, zum Schlafen aber ausreichend. Leider fing es kurz nach unserer Ankunft leicht zu regnen an. Auch stellte Ingrid fest, dass vergessen worden war Baguettes fürs Abendessen zu kaufen und fuhr wieder zurück nach Motueka, was eine reine Fahrzeit von 90 Minuten bedeutete. Wir bereiteten in dieser Zeit die Steaks und das Gemüse vor. Ab 20 Uhr grillten wir und es wurde wieder spät, bis wir mit dem Essen und dem Spülen fertig waren. Wie meistens löste sich danach die Runde schnell auf, bis ich als Letzter in der Küche saß. Heute schrieb ich aber auch nur bis 23:30 Uhr.

 

18. Tag, Montag

Weil ich noch etwas Lesen wollte und die Steckdose auf der abschüssigen Seite der Cabin lag, hatte ich meinen Kopf auf diese Seite gelegt. Das war ein Fehler, denn ich schlief sehr schlecht. Irgendwann in der Nacht drehte ich mich herum und danach ging es besser. Morgens war ich wie gerädert und kam kaum aus dem Bett. Das der Himmel stark bewölkt war, hob die Stimmung auch nicht gerade.

Zum Frühstück gab es heute Rührei, ich beschränkte mich darauf und ließ das Nutella ausnahmsweise stehen. Dafür hatte ich dann den Rest des Tages Probleme mit dem Magen. Um 8:45 Uhr wurden wir zur heutigen Kajaktour abgeholt. Nach der kurzen Fahrt zum Strand bestiegen wir 2-Mann-Kajaks, wobei Cornelia in meinem Boot landete. Stärkere und schwächere Paddler sollten immer ein Boot belegen. Wir folgten jetzt größtenteils der Küste und landeten ab und zu an kleinen Stränden an. Zum Baden lud das Wetter heute leider nicht ein, bei unserer Mittagspause fing es an zu nieseln und kühl war es außerdem. Wir zogen die mitgebrachten Jacken an und manch einer zitterte beim Essen der vom Veranstalter gesponserten Sandwichs. Ich selbst hatte keine Lust auf Käse und aß nur etwas von dem wirklich guten Kuchen, der auch dabei war. Einige Tiere gab es auch unterwegs zu sehen, natürlich viele Möwen, auf den Felsen liegende Robben und Kormorane, die sich mühten, nach dem Fischfang ihre Flügel zu trocknen. Heute war das aber recht schwierig. Einmal kam sogar eine Schule Delphine oder Tümmler vorbei und schwamm direkt unter unseren Booten hindurch. Zum Fotografieren war da aber leider keine Zeit. Wir legten auf meinen Wunsch auch an der Fishermansinsel an, dort war ein Cache versteckt, den ich aber in der Viertelstunde, die man mir zum Suchen zustand, leider nicht finden konnte. Außer mir war es jetzt allen kalt, ich war ja gut auf dem Felshügel der Insel herumgekommen. Sie wollten zurück aufs Festland und wir hatten noch ein Stück Weg vor uns. Das Paddeln zurück war noch mal eine Belastung von Armen und Schultern und unsere Gruppe zog sich weit auseinander. Doch war jetzt Ebbe und so konnten wir einige hundert Meter früher anlanden. Traktoren fuhren aufs Watt um die Kajaks abzuholen, sie nahmen auch die verteilten Jacken mit. Wir mussten jetzt ohne Regenschutz zurück ans Ufer laufen.

Später im Camp wurden die Duschen gestürmt und danach die Wäscheleine vollgehängt. Dann hatten wir etwas Freizeit, doch um 18:30 wurde erneut gegrillt. Ich sollte am Grill stehen, was wegen meiner Ahnungslosigkeit mit offenem Feuer ein Fehler war. Dank der guten Ratschläge von Ingrid verkohlte das Gemüse und ein Grill fing Feuer. Das hatte bei Jörg am Abend zuvor aber besser geklappt. Trotzdem wurden alle satt und es gab sogar als Nachtisch gegrillte Bananen. Die Gespräche am Tisch dauerten heute länger und deshalb wurde auch später gespült. Ich hatte aber heute Nachmittag schon etwas geschrieben und ging wie die anderen um 23 Uhr zu Bett.

 

19. Tag, Dienstag

Die zweite Nacht in unserer Telefonzelle schlief ich wesentlich besser. Beim Frühstück waren wir nur zu sechst, Ingrid hatte heute größtenteils frei und war noch etwas im Bett geblieben. Sie wollte uns nur um 8:40 Uhr zu den Wassertaxis bringen, die uns in Richtung Norden ein Stück die Küste entlang fahren sollten. Es gab verschieden weit entfernte Ziele zur Auswahl, der Rückweg zum Camp sollte dann zu Fuß zurückgelegt werden. Wer wollte konnte dafür auch wieder das Boot nutzen, musste diese Strecke dann aber selbst bezahlen. Die benutzten Schnellboote waren zuerst noch auf dem Trockenen. Sie standen auf Anhängern, die von Traktoren gezogen wurden und zwar direkt vor der Taxibasis. Die Passagiere wurden nach Zielort aufgeteilt und bestiegen sofort die Boote. Ich war heute alleine, da ich als einziger unserer Gruppe Onetahuti als Ziel ausgewählt hatte, was einen Fußweg von gut 30 Kilometern bedeutete. Die anderen hatten kürzere Strecken gewählt und starteten meist ab Bark Bay. Bald drauf zogen die Traktoren die beladenen Boote an den Strand und ließen sie dort rückwärts von den Anhängern ins Wasser gleiten. Es war gerade Flut, was das Aussetzen beschleunigte.

Unser Skipper begann mit einer kleinen Sightseeing-Tour, fuhr zu einem gespalteten eiförmigen Felsen und zu den Robben auf Adele Island, die wir tags zuvor schon besucht hatten. Doch heute war das Wetter viel besser, es klarte zusehends auf und am Nachmittag war kaum noch eine Wolke zu sehen. Nach einem Zwischenstopp in der Anchorage Bucht zwecks der Anlieferung eines Rucksacks fuhren wir durch bis Onetahuti, wo nur drei Personen ausstiegen. Der Skipper fragte mich, was ich nun tun würde und ich antwortete: „Zurücklaufen“ Aber das seien doch acht Stunden Fußweg meinte er darauf verwundert. Ich bestätigte und teilte ihm mit, dass das für mich kein Problem sei.

Dann machte ich mich auf den Weg, schon leicht gekleidet im T-Shirt und kurzen Hosen, während andere noch dick eingepackt waren. Allerdings machte ich schon bald darauf die erste Pause am Strand, denn einige Earthcache-Fragen waren zu beantworten. Danach lief ich weiter zur Bark Bay, konnte dort aber den kürzeren Weg nicht nehmen. Dieser war nur bei Ebbe begehbar, soweit war es aber noch nicht. Also lief ich einen Umweg auf der normalen Route. Den Besuch der Sandfly Bay ließ ich aus und näherte mich bald darauf der Torrent Bay, wo ich am Strand Daniela traf. Sie wollte nur bis Anchorage laufen und von dort mit dem Boot zurückfahren. Sie nahm auch nicht die jetzt folgende Abkürzung durchs Watt, denn ihr blieben noch zwei Stunden Zeit bis zur letzten Abfahrt. Ich jedoch nahm diesen Weg, denn inzwischen war Ebbe und ich konnte mir so drei Kilometer Fußweg ersparen. Bis zur Mitte konnte ich meine Stiefel anbehalten, dann war aber ein Siel zu tief und zu breit, um es ohne nasse Füße zu überqueren. Ich zog die Schuhe aus und lief den Rest barfuß. Viele Wanderer nutzten die Abkürzung, manche stellten sich aber sehr ungeschickt an.

Bis nach Anchorage war es jetzt nicht mehr weit, ich hielt mich dort nicht auf, lief über den Strand und kletterte wieder auf die Hügel an der Küste. Oben hatte man einen tollen Blick über die Bay und es gab einen Abzweig zur Watering Cove. Die kleine Bucht hatten wir schon tags zuvor mit den Kajaks besucht, doch heute bei Sonne war das etwas ganz anderes. Ich stieg hinab und erreichte bald den kleinen Strand, den ich nach wenigen Minuten ganz für mich alleine hatte. Ich nahm ein Bad, das Wasser war zwar anfangs etwas kühl, doch dann blieb ich fast eine halbe Stunde drinnen. So erfrischt lief ich später weiter im Zick Zack in Richtung Süden, wodurch ich zwar viel Wegstrecke hinter mich brachte, dem Campingplatz aber nur langsam näher kam. Dafür blieb der Pfad aber meistens auf einer gleichmäßigen Höhe, wodurch ich flott vorankam. Wegen zweier Caches besuchte ich dann noch einen Aussichtspunkt und kletterte ein Bachbett hinauf, was natürlich Zeit kostete. Kurz vor Ende der Wanderung holte ich dann doch noch Cornelia ein, die in Torrent Bay gestartet war. Gemeinsam gingen wir zum Zeltplatz. Nach meiner Statistik bin ich 6:40 Stunden gelaufen, habe 2:15 Stunden gestanden und legte in dieser Zeit 32,7 Kilometer und 938 Höhenmeter zurück. Nicht schlecht!

Wir wollten schon kurz nach der Ankunft Essen gehen, es gab im Ort einen Burger-Laden, der aber leider heute zu war. Also gingen wir in den Pizza-Laden, wo es aber keine Pizza gab. Ich begnügte mich mit einer Gemüsesuppe und bezahlte den Preis für ein ganzes Menü. Kochen wäre mir lieber gewesen. Wieder zurück im Camp konnte ich endlich duschen und meine Blasen an den Füßen pflegen. Die waren aber nicht so schlimm. Ich schrieb danach wieder in der Küche, war heute ungestört und wurde um 23 Uhr fertig.

 

20. Tag, Mittwoch

Morgens war das Wetter leider wieder nicht besonders, das störte uns aber nicht, denn es stand wieder ein Fahrtag an. Zur normalen Zeit kurz nach 8 Uhr waren wir unterwegs. Wir kehrten zurück nach Motueka, fuhren von dort aus weiter nach Osten und passierten Nelson ohne anzuhalten. Danach wurde es gebirgiger und Ingrid kam in den oft engen Kurven nur noch langsam voran. Fotostopps machten wir heute nur selten, leichter Nieselregen und tiefhängende Wolken vermiesten die Lust zum Aussteigen. Gegen Mittag erreichten wir Picton und hatten dort etwa eine Stunde Zeit. Größtenteils nutzten wir dieser zum Einkaufen. Ich holte mir später bei einem Takeaway noch zwei Hamburger, obwohl die heute Abend auch bei uns auf dem Speiseplan standen. Der Einkauf hatte mir aber Hunger gemacht. Bald darauf wurde wieder der Bus bestiegen und unser Fahrzeug reihte sich zu anderen in eine Schlange ein, die sich auf der Zufahrt zu einer Fähre gebildet hatte. Heute würden wir die Cook Straße überqueren und auf die Nordinsel wechseln. Unsere Wartezeit war zum Glück nicht sehr lang, bald stand unser Bus im Laderaum der Fähre und wir durften ihn verlassen und uns zum Passagierdeck hinaufbegeben. Von dort ging ich kurz aufs Sonnendeck, doch dort war es heute ziemlich ungemütlich. Deswegen suchte ich mir bald darauf einen warmen Sitzplatz. Das die Fähre den Hafen verließ bekam ich zuerst nicht mit, doch dann sah ich wie die bewaldeten Hänge am Rand des Sounds an uns vorbeiglitten. Es herrschte nur ein leichter Seegang, doch das Schiff schaukelte trotzdem etwas. Ich blieb deswegen auf meinem Platz sitzen, um keine Übelkeit zu riskieren. Auf dem Weg nach Island hatte ich da eine schlechte Erfahrung gemacht. Stattdessen versuchte ich jetzt, für den nächsten Tag ein Auto zu mieten, was mir aber nicht gelang. Alle Fahrzeuge am Fährhafen waren bereits ausgebucht. Ich musste meine Planung deswegen abändern.

Gleich nach der Ankunft in Neuseelands Hauptstadt Wellington fuhren wir weiter nach Paekakariki, was etwa 45 Minuten außerhalb in Richtung Norden lag. Dort wurden bei leichtem Regen die Zelte aufgestellt. Wie gesagt grillten wir heute Hamburger, was gut klappte und zu 32 Burgern bei 24 Brötchen führte. Gegessen wurden dann aber nur 23, wobei ich selbst 5 verputzte. Danach war ich so satt, dass ich jetzt noch einen längeren Spaziergang brauchte. Es gab in der Nähe einen sehr alten Cache im Queen Elizabeth Park, das waren 5,4 Kilometer Fußweg in eine Richtung bei kräftigem Wind. Das Meer war nur wenige hundert Meter entfernt. Ich wurde fündig doch nach der Rückkehr war ich müde. Ich konnte gerade noch duschen, bevor ich gegen Mitternacht ins Bett fiel. Das Schreiben verschob ich auf den nächsten Tag.

 

21. Tag, Donnerstag

Mein Handy klingelte um 6:15 Uhr, doch dusselte ich wieder weg und stand erst 20 Minuten später auf. Dadurch hatte ich jetzt nur noch 15 Minuten bis zu meinem Aufbruch, weswegen das Frühstück ausfiel. Ich lief die 20 Minuten Fußweg zum Bahnhof des Ortes, wo schon viele Pendler warteten. Ein Ticket konnte ich erst im Zug kaufen, leider gab es eine günstige Tageskarte erst zwei Stunden später, wodurch sich die Kosten für das heutige Bahnfahren mehr als verdoppelten.

Ich fuhr zuerst zum Hauptbahnhof Wellington, wechselte dort den Zug in Richtung Lower Hut und durfte wieder bezahlen. Nach dieser Fahrt wechselte ich über zum Autobus, den ich gerade noch erwischen konnte, nachdem ich eine Passantin nach dem Weg zur Haltestelle gefragt hatte. Nach 22 Zwischenstopps stieg ich schließlich an der Endstation am Park von Wainuiomata aus. Dort konnte man außer Kiwis auch den ältesten Geocache von Neuseeland finden. Gelegt im Mai 2000 ist er sogar einer der ältesten der Welt. Kiwis sah ich heute keine, doch fand ich die Dose, leider bei Regen. Nach einer Runde durch den Wald fuhr ich dann die ganze Strecke bis Wellington wieder zurück.

Dort war das Wetter inzwischen besser geworden. Ich sah mir das Parlamentsgebäude, genannt Beehive, an, hatte aber inzwischen mächtig Kohldampf. Ein chinesisches Restaurant mit Büfett kam da gerade recht. Nach Suppe, dreimal Hauptgericht und Dessert machte ich mich gestärkt wieder auf den Weg. Ich ging den Hafen entlang und wollte danach noch zum Victoria Lookout, doch fiel mir beim Surfen im Netz ein Ausflug zum Weta-Workshop auf. Daran wollte ich jetzt teilnehmen. Ein Anruf brachte keine Klarheit über die freien Plätze, doch war das Infocenter nur ein Stück entfernt und dort konnte ich die Tour buchen. Am Ende waren wir nur zu dritt in dem Großraumtaxi das uns abholte. Nach der Ankunft bei Weta gab es einen Film zu sehen, danach ging es in die Werkstatt, leider aber nicht zu den aktuellen Arbeitsplätzen. Die Erklärungen dauerten 45 Minuten, waren mir aber schon von meinen erweiterten DVDs des Herrn der Ringe bekannt.

Auf der Rückfahrt ins Zentrum der Stadt ließ ich mich unterhalb vom Victoria Lookout absetzen und stieg den Berg hinauf. Oben machte ich einige Fotos bei Wind und Wolken, bevor ich mich zu Fuß auf den Weg zum Bahnhof machte. Die Busse von hier fuhren leider in die falsche Richtung und wären auch nicht schneller gewesen. Es war jetzt schon Abend und es wurde Zeit zur Rückkehr zum Zeltplatz. Ich saß etwa 20 Minuten im schon wartenden Zug, bevor er losfuhr. Erneut dauerte die Fahrt 45 Minuten und ich kam um 20 Uhr in Paekakariki an. Nochmal 20 Minuten dauerte der Fußweg zum Campingplatz, wo bis auf Daniela schon alle angekommen waren und aßen. Sie hatten Schweinefleisch mit Soße gemacht und dazu Reis mit Erbsen. Auch ich bekam noch ein paar Portionen ab. Um 22 Uhr war ich aber im Zimmer. Schreiben musste ich nicht mehr viel, das hatte ich heute im Zug erledigt.

 

22. Tag, Freitag

Am Morgen hörte der Regen genau zu dem Zeitpunkt auf, an dem die Zelte gerade abgebaut waren. Der ganze Tag blieb freundlich, es war deshalb schade, dass wir die meiste Zeit im Bus saßen. Weit fuhren wir zuerst aber nicht, in der nächsten größeren Ortschaft Paraparaumu hielten wir wieder an um einzukaufen. Nachdem die Lebensmittelkisten bis zum Rand gefüllt waren, fuhren wir ein Stück weiter bis Otaki, wo wir kurz in einen Outdoorladen einkehrten. Es mussten anscheinend noch einige Dinge für die unheimlich „gefährliche“ Wanderung Tongariro Crossing gekauft werden.

Danach wurde endlich eine längere Zeit gefahren, immer auf den großen Straßen nahe der Westküste der Nordinsel. In Whanganui verließen wir diese Strecke und bogen ab ins Landesinnere. Jetzt fuhren wir in Richtung Nordosten. Wir folgten jetzt einem Flusstal mit sehr lehmigen Seitenwänden. Die Straße war deshalb in der letzten Zeit an vielen Stellen unterspült worden. Manchmal fehlten ganze Stücke der Fahrbahn und es blieb nur eine halbe Straße zum Befahren übrig. Als wir dann die schneebedeckten Hänge des Vulkans Ruapehu in der Ferne aufblitzen sahen, wurde mehrfach angehalten und ordentlich geknipst. Natürlich auch als der zweite Vulkan Ngauruhoe in Sicht kam. Unser Camp Whakapapa lag im Tongariro Nationalpark, bei der Ankunft fiel zuerst ein großes Chalet ins Auge. Der Zeltplatz lag dagegen in der Nähe versteckt zwischen Bäumen.

Die Frauen stellten jetzt ihre noch nassen Zelte auf, während Jörg und ich eine Cabin mit 6 Betten bezogen. Wir hatten jedoch nicht viel Zeit zum Einrichten. Um 17:30 Uhr gingen wir auf eine kleine Wanderung von einigen Kilometern. Es war ein Weg durch den Busch zu den Silica-Rapids. Diese waren nicht beeindruckend, das ausfallende Silikat hatte bisher noch nicht viel Zeit gehabt, um interessante Felsformationen zu bilden. Während die Frauen den gleichen Weg zurückgingen, nahmen Jörg und ich eine andere Route. Diese ging über eine Hochebene, folgte aber die letzten beiden Kilometer der Straße.

Im Camp waren die Frauen auch gerade angekommen und es sollte jetzt gekocht werden. Das war aber etwas problematisch, denn die Küche war voller Leute und auch die Tische waren belegt. Wir holten unseren eigenen Klapptisch erstmals aus dem Bus und machten ein paar Spaghetti mit Pesto auf die Schnelle. Dann wurden noch Brote geschmiert, denn am nächsten Morgen würde es kein Frühstück geben. Wir wollten früh zur Wanderung aufbrechen. Deshalb dauerte das Beisammensein heute auch nicht lange, um 22:15 Uhr waren alle verschwunden.

 

23. Tag, Samstag

Um 5:15 Uhr klingelte der Wecker und ich brauchte nur wenige Minuten um aufzustehen. Die Abfahrt war für 5:30 Uhr geplant, doch wegen diverser Toilettengänge dauerte es etwas länger. Ingrid brachte uns zu einem Parkplatz, von dem aus wir das Tongariro Crossing starteten. Wir hatten auch vom Campingplatz losgehen können, doch hätte dann die Tour drei Stunden länger gedauert. Die Temperatur lag jetzt am Morgen bei 0 Grad und alle waren gut eingepackt. Ich hatte sogar meine Handschuhe angezogen. Die erste Stunde verlief der Weg noch recht eben und es waren kaum Leute unterwegs. Doch dann machten wir bei der letzten Toilette vor dem Aufstieg eine längere Pause und aus der einsamen Tour wurde eine hektische Prozession. Viele hundert Wanderer waren plötzlich mit uns unterwegs und es herrschten den ganzen Tag ein ziemliches Gedränge.

Der erste steile Aufstieg wurde vor kurzem leider ziemlich entschärft, wo früher alpine Wege waren sind heute Treppen und flache Podeste. Bei dem Abzweig für die Besteigung des Ngauruhoe machte ich einen kurzen Stopp, gerne wäre ich hier abgebogen, aber dazu reichte die Zeit heute nicht aus. Dieser Berg ist im Film „Der Herr der Ringe“ als Schicksalsberg bekannt geworden.

Stattdessen durchquerten wir jetzt den ebenen Zentralkrater und machten uns an den folgenden zweiten Aufstieg zum Rand des Roten Kraters. Doch gingen wir hier erstmal nicht weiter, sondern bogen nach links zum Tongariro Gipfel ab. Wir hatten jedoch bald auf diesem Pfad ein ausgedehntes und steiles Schneefeld zu queren, bei dem Stephanie und Cathrin sich entschlossen nicht weiter zu gehen. Cornelia und Daniela hatten wir schon früher aus den Augen verloren. So wagten nur Jörg und ich uns aufs Eis. Wir erreichten bald darauf den Gipfel, wo der wenige Platz von vielen Touristen belegt war. Trotzdem war es nur ein Bruchteil der Menschenmasse auf dem Normalweg. Wir blieben dort kurz für ein paar Fotos und einen Cache, den ich aber trotz Foto lange suchen und dann aus dem Schnee ausgraben musste. Dann machten wir uns auf den Rückweg.

Die beiden Schneefeld-Verweigerer waren fast noch an der gleichen Stelle, an der wir sie verlassen hatten. Sie waren nur aus dem Bereich des kalten und ekligen Winds geflüchtet. Nach einer langen Mittagspause liefen wir zum Roten Krater zurück und umrundeten ihn halb bei einem weiteren Abstecher. Stephanie gefiel der schmale Weg überhaupt nicht, sie ging aber mit. Bald darauf erreichten wir den höchsten Punkt des Normal-Trails und danach ging es steil über feinen Schotter und Staub hinab. Fehlende Stöcke und viele Turnschuhe auf dem Weg verursachten hier ein ziemliches Nadelöhr. Ich selbst kam aber gut an der Seite der sich vortastenden Wanderer vorbei, Geröllabstiege habe ich schließlich schon oft hinter mich gebracht.

Unter uns lagen jetzt die drei Emerald Lakes, die von oben schön anzusehen waren und eine unterschiedliche Färbung aufwiesen. Bei ihnen erholten sich viele von dem „gefährlichen“ Abstieg. Der Weg verlief jetzt wieder ein Stück eben, gefolgt von einem kurzen Aufstieg, der uns zum Blue Lake brachte. Nach kurzem Aufenthalt dort begann dann der lange Abstieg zur nächsten Toilette bei einer unbewirtschafteten Hütte. Viele wollten drauf und das Warten dauerte deshalb 20 Minuten. Daniela und Cornelia trafen wir hier wieder und nach einer finalen Pause machten wir uns auf das letzte Stück der Tour. Es ging jetzt fast nur noch abwärts.

Kurz vor 17 Uhr erreichten wir den Parkplatz voller Shuttlebusse und auch unser Gefährt mit Ingrid war da. Sie fuhr uns zurück zum Camp, wobei wir noch zwei Dänen ein Stück mitnahmen. Die letzten sieben Kilometer bis zu ihrem Auto mussten sie aber laufen. Bis zum Abendessen hatten wir Zeit zum Duschen und Aufräumen, auch kamen heute die Zeltbewohner mit in die Cabins, die Wettervorhersage hatte Starkregen vorausgesagt. Zum Abendessen gab es heute Tsatsiki und Pellkartoffeln, was mir keine Begeisterungsstürme entlockte. Nach dem Spülen schrieb ich dann noch bis 22 Uhr, musste dabei aber fast permanent gähnen.

 

24. Tag, Sonntag

Am Morgen regnete es zwar, aber längst nicht so stark wie angekündigt. Nach dem Frühstück fuhren wir zur normalen Zeit los und folgten der Straße weiter in Richtung Norden. Wir fuhren dabei ein Stück am Nationalpark entlang und erreichten bald darauf Lake Taupo. Wegen des trüben Wetters hatte aber keiner von uns große Lust, am Ufer Fotos zu machen. Später in der Stadt Taupo wurde angehalten, um die Essenseinkäufe für die nächsten Tage zu erledigen. Nachdem die Lebensmittel verstaut waren, ging es allerdings nur ein kurzes Stück weiter. Als nächstes standen die Huka Falls auf dem Programm. Der Wasserfall des Waikato Rivers ist zwar nur neun Meter hoch, beeindruckt aber durch die Menge des Wassers, das durch den engen Kanal gepresst wird. In der Nähe lag dann noch eine große kommerzielle Imkerei, doch kaufte ich dort nur eine Hokey Pokey Eis, weil ich diese neuseeländische Sorte gerne mal probieren wollte.

Nach diesem Abstecher wurde jetzt wieder eine Zeitlang gefahren, bis wir gegen Mittag den vulkanischen Ort Waimangu erreichten. Die nächsten Stunden hielten wir uns in diesem Gebiet auf und folgten den gut ausgebauten Wegen. Es gab hier hauptsächlich nur kleine heiße Quellen, doch waren die kontrastierenden Farben von Mineralien und Pflanzen schön anzusehen. Schade, dass das Wetter heute nicht besser war. Wenigstens blieb es trocken bis wir den See Rotomahana erreichten. Dort fing es an zu tröpfeln, doch wartete hier schon ein Bus, der uns wieder zum Eingang des Parks zurückbrachte. Den gleichen Weg wieder zurückzulaufen wollte man uns anscheinend nicht zumuten. Im obligatorischen Souvenirladen nahm ich ein Possum aus Plüsch mit, mein erstes Mitbringsel, dann stiegen wir wieder in den Bus. Weit war es jetzt nicht mehr bis zur Stadt Rotorua, doch lag der Campingplatz gleich am Eingang, so dass wir von dem Ort nichts sahen. Direkt gegenüber sahen wir das Maori-Zentrum, das ich auch schon vor 21 Jahren besucht habe. Im Camp gab es einen abgetrennten Bereich mit drei kleinen Becken, die mit dem hiesigen Thermalwasser aus der Erde gefüllt waren. Darin ließ sich die ganze Gruppe die nächste Stunde einweichen. Währenddessen kochte Ingrid heute das Abendessen alleine. Den Namen dieses Gerichtes kann ich allerdings nicht aufschreiben, ich kenne ihn nicht, es war jedenfalls etwas seltsam. Anschließend ging ich im Dunkeln nochmal alleine los, denn in der Nähe hatte ich einen Multicache entdeckt. Er war aber nicht einfach und es dauerte mehr als zwei Stunden, bis ich wieder zu unserer Cabin zurückkehrte. Ich war jetzt aber wach und schrieb noch bis 1 Uhr.

 

25. Tag, Montag

Der Morgen sah leider nicht sehr schön aus, es regnete. Die Zelte mussten deshalb nass abgebaut werden, was besonders Stephanie nicht gefiel. Sie hatte schon länger ein Nässeproblem mit ihrem Zelt. Wir fuhren jetzt nur ein paar Meter bis zum Maori-Zentrum und sahen uns, mit Schirmen bewaffnet, die heißen Schlammlöcher und den Geysir an. Gegenüber Island wirkten sie etwas mickrig, was die Kiwis durch eine ausgebaute Infrastruktur ausglichen. Fotografieren war schwierig, da wegen des Regens viel Dampf in der Luft war. Da trat bei Jörg der Super Gau auf, die Speicherkarte seiner Kamera war nicht mehr lesbar und eine interne Reparatur gelang nicht. Er packte die Karte zur späteren Untersuchung weg und fotografierte mit meiner Ersatzkarte weiter. Zum Glück stellte sich später zuhause heraus, dass alle Bilder noch vorhanden waren.

Nach diesem Schreck war ich bei der nun folgenden Führung nicht ganz bei der Sache. Wir sahen uns aber auf jeden Fall die Schnitzereien und Webereien der Maori an. Später gab es noch die obligatorische Folklore, an der natürlich auch die Touristen teilnehmen mussten, alles genau wie bei meinem ersten Besuch. Was sich aber geändert hatte waren die Preise im Souvenirladen, die waren unheimlich gestiegen. Ich sparte mir deshalb mein Geld.

Wir fuhren jetzt in Richtung Südwesten nach Waitomo und machten unterwegs kleine Pausen. Die erste Stunde im Bus verschlief ich sowieso komplett. In Waitomo angekommen ging es zuerst zum Visitorcenter, wo wir uns einen Film über die Glühwürmchen, eigentlich Fliegenlarven, in den Höhlen anschauten. Danach hatten wir etwas Zeit zum Einrichten auf dem Campingplatz. Denn erst um 15:30 Uhr mussten wir für das Black Water Rafting vor Ort sein. Jeder bekam einen Neoprenanzug samt Schuhen und Helm mit Stirnlampe verpasst, dann fuhr man uns für ein paar kurze Übungen an den kleinen Fluss. Jeder musste dort mit dem Hintern in einem Autoreifenschlauch rückwärts hineinspringen. Danach betraten wir die Höhlen. Wir gingen und kletterten hindurch, ließen uns auf den Reifen mit der Strömung treiben und sahen bei gelöschter Stirnlampe die Glühwürmchen über uns an der Decke. Das machte Spaß und sogar Stephanie rang sich ein Lächeln ab. Sicherheitshalber hatte ich meine Brille durch Kontaktlinsen ersetzt, so schlimm wurde es aber nicht.

Nach zwei bis drei Stunden kamen wir wieder ans Tageslicht und wurden zurück zum Stützpunkt gebracht. Dann gab es eine Dusche und eine heiße Suppe und auch die empfindlichsten Gemüter froren nicht mehr. Wieder am Zeltplatz wurde gekocht und Zelte getrocknet. Wir aßen heute Tortellini und warteten danach auf die Dunkelheit. Bei den Höhlen gab es auch einen kleinen Rundweg, auf dem man auch oberirdisch Glühwürmchen sehen konnte. Wir benutzten nur Rotlicht, was etwas gefährlich war, denn Cornelia fiel einmal ein Stück einen Abhang hinunter. Zum Glück tat sie sich nichts, an anderen Stellen wäre es nicht so glimpflich ausgegangen. Auch auf diesem Weg gab es einige Höhlen zu durchqueren, die ich mit meiner starken Taschenlampe gut ausleuchten konnte. Wieder am Bus bewunderten wir noch den Sternenhimmel, bevor die anderen alle zurückfuhren. Ich blieb noch für einen Cache und lief den Heimweg. Unterwegs konnte ich auch ein nicht besonders scheues Possum aufs Bild bannen. Leider war der Pfad schmal und sehr nass, so dass ich das letzte Stück auf der Straße ging. Jörg war noch wach und schrieb, als ich das Zimmer betrat. Die Kontaktlinsen hatte ich immer noch drin und bekam sie heute komischerweise gut heraus. Es war jetzt die perfekte Zeit für einen Anruf zu Hause und nachdem das erledigt war, sortierte ich meine Sachen. Danach schrieb auch ich und heute war viel zu berichten. Deshalb wurde ich wieder erst um 1 Uhr damit fertig.

 

26. Tag, Dienstag

Wenigstens durften wir heute etwas später aufstehen, da der kleine Vogelpark den wir besuchen wollten, nicht weit entfernt lag und erst um 9 Uhr öffnete. Er war auf jeden Fall besser als sein Gegenstück in Queenstown und kostete weniger als die Hälfte an Eintritt. Mir gelangen ein paar nette Aufnahmen von heimischen Vögeln, bevor wir zur Fütterungszeit das Kiwihaus betraten. Hier war es auch nicht ganz so dunkel, das Kiwiweibchen war einigermaßen zu erkennen. Es war auffällig, wie aggressiv es auf die Pflegerin reagierte, die ihr doch das Futter brachte. Tritte und Bisse in die Schutzkleidung waren sehr heftig.

Weiter fuhren wir jetzt in Richtung Norden bis nach Thames, wo wir heute Mittagspause machten. Die Fahrt dorthin führte über viele Nebenstraßen, obwohl auch größere Straßen nebenan verliefen. Die Auswahl blieb das Mysterium des Navigationssystems, mein Smartphone hätte eine andere Auswahl getroffen. Nach der Ankunft wurde zuerst eingekauft, denn an den letzten beiden Tagen im Camp würden wir nochmal kochen müssen. Nachdem die Lebensmittel im Bus verstaut waren, konnte jeder sich auf eigene Faust etwas zu Essen besorgen. Jörg und ich holten uns jeweils einen Döner, der uns später aber schwer im Magen lag.

Ab 15 Uhr fuhren wir weiter nach Norden, immer an der Westküste der Coromandel-Halbinsel entlang und auf ständig schmaler werdenden Straßen. Hinter dem Ort Coromandel, wo noch ein Toilettenstopp eingelegt wurde, war es dann schließlich nur noch eine Kiespiste. Die Straße war hier schmal, doch war der Gegenverkehr selten. Trotzdem ging es nur langsam voran, denn viele Kurven konnten nicht eingesehen werden. Es war schon Abend als wir Jackson Bay erreichten, wo unser heutiger Campingplatz lag. Cabins gab es hier keine, Cornelia, Jörg und ich mussten auch zelten. Zum Glück war die versprochene Isomatte aufblasbar. Es war trocken, doch leider wehte ein starker Wind, der alles fortpustete, was nicht beschwert wurde. Die Zelte mussten hier ordentlich abgespannt werden. Jörg grillte heute wieder, jeder hatte sich Fleisch nach seinen Wünschen gekauft. Dazu gab es Pellkartoffeln und den Rest des Tsatsikis vom Vortag. Ich schrieb, während nicht weit entfernt das Meer rauschte und wurde um 23 Uhr fertig.

 

27. Tag, Mittwoch

Vom Back Water Rafting hatte ich noch eine Verspannung und das wirkte sich auf das Schlafen im Zelt aus. Jedes Umdrehen auf der Matte tat weh. Dann war das Zelt auch noch recht kurz und ich war froh, dass ich wenigstens etwas schlief. In der Nacht fing es an zu regnen und das drückte auf die Blase, doch tapfer blieb ich bis zum Wecken liegen. Im Zelt war es für meine Unordnung zu eng, deshalb brauchte ich heute länger und kam zu spät zum Frühstück. Wenigstens war es heute nicht zeitkritisch, denn wir blieben noch eine weitere Nacht an der Jackson Bay.

Ingrid fuhr uns zur nächsten Bucht, der Fletcher Bay. Dort begann eine 10 Kilometer Wanderung zur Stony Bay. Mit dem Auto hätte die Fahrt zwischen den beiden Buchten wegen eines riesigen Umwegs drei Stunden gedauert, so lange dauerte auch eine Strecke zu Fuß. Nur wir drei schafften den ganzen Weg, die anderen wollten bis zu einem Aussichtspunkt auf halber Strecke und dann umkehren. Am Anfang gab es noch ein paar steile An- und Abstiege, doch dann wurde es ebener. Dafür ging der Weg jetzt immer hin und her, dem zerklüfteten Profil der Küste folgend. Beim Hinweg nahmen wir alle Aussichtspunkte mit, nach dem Nieselregen vom Morgen herrschte jetzt tolles Wetter. Trotzdem schafften wir es, nach drei Stunden um 12:30 Uhr an der Stony Bay zu sein. Dort machten wir eine halbe Stunde Pause und aßen die mitgebrachten Brote. Dann brachen wir wieder auf und kehrten den gleichen Weg zurück. Das ging, weil wir jetzt keine Abstecher machten, etwas schneller vonstatten. Kurz vor der ausgemachten Zeit um 16 Uhr waren wir zurück am Bus.

Ingrid brachte uns jedoch nicht die ganze Strecke bis Jackson Bay zurück, 2,5 Kilometer vorher stiegen wir fast alle aus, um zu Fuß den restlichen Weg zurückzugehen. Auf dem sogenannten Muriwai Walk folgten wir zunächst der Steilküste und kamen bei kräftigem Wind bis an der Rand der Halbinsel Jackson Head, welche die Bay nach Osten hin abschloss. Dort gab es auch einen Multicache, den Jörg und ich versuchten zu finden, während die anderen über den Strand schon zum Camp liefen. Stephanie war nicht bei uns, sie war aus dem Bus erst gar nicht ausgestiegen. Ihr hatte die Wanderung genügt. Wir fanden nicht alle benötigten Zahlen an den Stages, weswegen ich Jackson Head zuerst vergeblich absuchte. Irgendwo dort musste die Dose sein. Dann versuchte ich mich an der Formel und den Tipps und konnte den Standort ein ganzes Stück eingrenzen. Mit etwas Glück fand ich dann auch den Cache. Danach liefen Jörg und auch über den Strand und kamen gerade zu Beginn der Essensvorbereitungen am Camp an. Es wurde wieder gegrillt und heute gab es Gemüse Ciabatta-Brot dazu. Wir aßen heute noch im Hellen, doch beim Spülen war das Licht verschwunden. Während wir zwei Männer noch unterwegs gewesen waren, hatten die Frauen schon den Bus und das Equipment gereinigt, denn am nächsten Tag folgte schon die letzte Fahrt bis nach Auckland. Außer Schreiben konnte ich da nicht mehr viel tun und ging schon um 22:30 Uhr ins Bett.

 

28. Tag, Donnerstag

Es hatte in der Nacht etwas geregnet und trotz starkem Wind waren die Zelte morgens noch nicht trocken. Wir konnten sie nur leicht feucht zusammenlegen. Nach letzten Reinigungsarbeiten an der Ausrüstung fuhren wir wieder nach Süden, die gleiche Strecke zurück, die wir von Thames aus gekommen waren. Wir machten nur einen Stopp bei einem Tante Emma Laden, trotzdem kamen wir nur langsam voran. In Thames war das Wetter besser, also legten wir einen Halt von einer Stunde ein und trockneten die Zelte richtig. Wer wollte, konnte sich auch etwas zu Essen holen.

Später fuhren wir weiter nach Auckland, jetzt erst nach Westen und dann nach Norden, wo wir das einzige Stück Autobahn des ganzen Landes benutzten. Schneller fuhr Frieda dadurch aber nicht. Wegen der unzähligen Einfamilienhäuser ist die Stadt ziemlich groß und es dauerte ziemlich lange, bis wir unser B&B erreichten. Wir brachten unser Gepäck nur kurz auf die Zimmer, bevor wir drei uns mit einem Linienbus auf dem Weg in die Stadt machten. Wir wollten heute noch etwas Sightseeing betreiben, am nächsten Tag hatten wir keine Zeit mehr dafür. Ich hatte einen Wherigo vorgeschlagen, einen speziellen Cache für Smartphones, der uns zu einigen Sehenswürdigkeiten der Stadt bringen würde. Der Weg führte zum Fährenhaus, der alten Fassade der BNZ Bank, einer Kunstarkade, dem Rathaus, dem Sky Tower und dem Markt am Viktoriapark. Nach dem Final beendeten wir die Runde am Yachthafen. Jörg überlegte, ob er den Skyjump vom Tower machen sollte, entschied sich dann aber doch dagegen. In den Souvenirläden gab es nur Schrott, richtige Handwerkskunst war seit 1994 unheimlich teuer geworden. Wir kehrten zum B&B zurück, machten mit dem falschen Bus aber einen großen Umweg, der auch eine ganze Menge mehr kostete. Kurz nach 19:30 Uhr waren wir bei der Unterkunft, mir blieb noch genügend Zeit für eine Dusche. Um 20 Uhr trafen wir uns nämlich zum Abschiedsessen in einem Pub in der Nähe. Das Essen war gut und teuer, schön angerichtet, aber leider etwas übersichtlich. Richtig satt wurde ich nicht. Um 22:30 Uhr verließen wir das Lokal nach der obligatorischen Rede und Trinkgeldvergabe. Wir drei und Cathrin machten danach noch einen Abstecher zum Mount Eden. Der Ausblick vom erloschenen Vulkan war auch im Dunkeln schön, doch wegen starken Windes konnte ich keine gescheiten Fotos machen. Die Kamera wackelte auf dem kleinen Stativ hin und her. Nach Mitternacht kamen wir in die Zimmer zurück, meinen Bericht verschob ich auf den nächsten Tag.

 

29. Tag, Freitag

Wir frühstückten erst um 8 Uhr, für mehr war heute keine Zeit mehr, denn schon um 9:30 Uhr mussten wir zum Flughafen aufbrechen. Nach der Verabschiedung von Cornelia, Cathrin und Daniela brachte Ingrid uns noch das Stück zur Bushaltestelle. Dort sagte auch sie Lebewohl. Der Linienbus kam bald und brachte uns in einer halben Stunde zum internationalen Terminal. Wir waren gerade angekommen, als auch schon der Schalter von Singapore Airlines öffnete. Schnell wurden wir unser Hauptgepäck los. Ich ging noch einmal los, um einen Geocache zu finden und fand ein gut verstecktes TB-Hotel einen Kilometer entfernt. Für meine Statistik wollte ich heute versuchen, noch eine weitere Dose in Singapur zu finden und dazwischen eine möglichst große Entfernung zurückzulegen. Nach meiner Rückkehr zum Flughafengebäude fand ich Jörg und Stephanie vor den Kontrollen stehen und gemeinsam gingen wir hindurch. Es ging bei mir heute schneller als sonst, ich musste keine Schuhe ausziehen und auch meinen Rucksack nicht ausleeren.

Wir betrieben jetzt noch etwas Panikshoppen und ich kaufte mir zum Essen einen Hamburger. Bald war es jedoch Zeit zum Gate zu gehen. Auch dort verging die Zeit wie im Flug und irgendwann saßen wir im Airbus A380 und waren auf dem Weg in Richtung Nordwesten. Zwei Filme schaute ich mir an und dazu einige Dokumentationen, denn schlafen wollte ich jetzt noch nicht. Einige ziemlich laute Kleinkinder in der Nähe hätten das auch unmöglich gemacht. Vor Singapur mussten wir eine Ehrenrunde drehen, so dass wir erst um 19 Uhr auf dem großen Flughafen landeten.

Ich trennte mich hier von Jörg und Stephanie, denn wie gesagt hatte ich ja vor, hier in der Stadt noch eine Dose zu suchen. Ich reiste problemlos ein und bezahlte mit meinen zwei Singapur-Dollar die U-Bahn, die ich aber schon an der nächsten Station verließ. In einem nahen Park wollte ich den Cache suchen, hatte dort aber kein Glück, er war verschwunden. Auf dem Rückweg zur Station fragte ich deshalb eine Taxifahrerin, ob sie mich für 20 US-Dollar zum Changi-Museum und dann zurück zum Flughafen bringen würde. Einheimisches Geld hatte ich keines mehr. Sie tat es und wunderte sich über meinen seltsamen Wunsch. Diesmal wurde ich fündig und war kurz nach 21 Uhr wieder im Terminal. Vor dem Gate musste ich eine Zeitlang warten, kam aber dann als einer der ersten durch die Kontrollen. Auf einem weichen Sitz wartete ich jetzt, bis die anderen beiden zu mir stießen.

 

30. Tag, Samstag

Es war schon nach Mitternacht, als wir erneut einen Airbus A380 betraten. Diesmal hatten wir drei Plätze nebeneinander. Ich schaute mir aber heute keine Filme an, sondern versuchte zu schlafen. Das klappte nur einigermaßen, mehrfach schlief ich zwar ein, wurde jedoch meistens nach einer Stunde wieder wach. Die verschiedenen Essen nahm ich aber mit, wobei einmal die Ausgabe direkt nach unserer Reihe unterbrochen wurde. Es gab zu heftige Turbulenzen. Da hatte sich mein Kaffee aber schon auf dem Tablett verteilt. Die Zeit ging auch herum, wenn ich nur die Augen geschlossen hielt und so landeten wir um 6:30 Uhr Ortszeit auf dem Frankfurter Flughafen. Ich probierte die elektronische Passkontrolle aus, die bei mir auch gut funktionierte. Der Weg zum Gepäckband war recht lang, doch dort angekommen hieß es trotzdem noch eine ganze Zeitlang aufs Gepäck warten.

Wir drei gingen noch gemeinsam zum Bahnhof, wo sich Stephanie verabschiedete. Mit Jörg fuhr ich weiter zum Hauptbahnhof, wo ich dann ausstieg. Erstmals nutzte ich jetzt die Tragegurte meiner großen Tasche, sie war auch zu schwer um sie längere Strecken zu tragen. Auf meinen Anschlusszug musste ich nicht lange warten und er fuhr heute auch durch bis Bad Camberg. Um 9:15 Uhr kam ich dort an. Meine Eltern warteten schon und spannten mich gleich zum Einkaufen ein.